LEERSTAND

WOHIN MIT DEM LEERSTAND?

(german) Wien ist längst über die Zeiten hinweg, in denen es zu einer schrumpfenden Metropole zählte. Bereits mit 2029 wird das Überschreiten der 2-Millionen-Marke prognostiziert, Bevölkerungszahlen, wie sie zuletzt vor knapp hundert Jahren gemessen wurden. Die innerstädtische Verdichtung, die aufgrund des Bevölkerungswachstums notwendig wird, führt jedoch zu einer Verknappung der öffentlichen Flächen und der Grünräume, was zur Folge hat, dass immer mehr Menschen in die peripheren Stadtgebiete abwandern. Große Handelsketten und Betreiber von Einkaufszentren nutzen diese Entwicklung aus und beeinflussen sie im umgekehrten Wechsel – sie siedeln sich vor allem in den suburbanen Gebieten an, weil dort Baugründe oft sehr günstig sind und Neubauten meistens die wirtschaftlichste Lösung darstellen. Kleine Gewerbetreibende und Nahversorger leiden darunter maßgeblich. Die Zentralisierung und Agglomerationen von Handelsbetrieben in der Peripherie führt zum Anstieg des Individualverkehrs, wodurch dem Kleingewerbe seine wichtigste Kundschaft – nämlich die Laufkundschaft – genommen wird. Betriebe sind aufgrund des Umsatzrückganges oft gezwungen, ihre Geschäfte einzustellen und zuzusperren – die Geschäftslokale bleiben dann meist leer, unter anderem, weil die Flächen für große Handelsketten oft zu unwirtschaftlich sind. Die innerstädtische Nahversorgung ist damit nicht mehr gegeben, der motorisierte Verkehr steigt an. Die Sehnsucht nach einem grüneren und emissionsärmeren Umfeld bringt viele Bewohner jedoch wiederum dazu, in vorstädtische Gebiete abzusiedeln – ein circulus vitiosus.